Das Bohnenkamp Reifen-ABC

Hier finden Sie alle Informationen rund um Reifen und Räder für den professionellen Einsatz.

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A

Abmessungen

Welche Informationen enthalten die Größenbezeichnungen der Reifen, z.B. 1050/50 R 32?

1050 = Querschnittsbreite des Reifens in Millimeter

50 = Querschnittsverhältnis der Höhe zur Breite des Reifens. Die Höhe wird gemessen von der Innenkante des Reifenwulstes bis zur Außenbreite des Reifens. Im vorliegenden Fall ist der Reifen 1050 mm breit. Die Höhe des Reifens beträgt 50% der Breite.

R = Radialreifen

32 = Felgendurchmesser in Zoll (der innere Reifendurchmesser von Wulstsitz zu Wulstsitz)

Achsbelastung

In den technischen Daten der Schlepper werden die max. Hinterachs- und Vorderachsbelastungen angegeben. Dies ist aber nicht gleichbedeutend mit einer Gewichtsfreigabe für die Bereifung! Beim Einsatz des Schleppers müssen sowohl die maximale Achsbelastung als auch die jeweilige maximale Tragfähigkeit der Reifen beachtet werden.

Alter

Der Alterungsprozess bei Reifen verläuft sehr langsam. Technisch und juristisch gelten Reifen, die 3 Jahre sachgerecht gelagert wurden, noch als fabrikneu, 5 Jahre gelagerte Reifen als neu.
Anhand der DOT-Nummer (Reifenflanke) kann man das Reifenalter feststellen. DOT 4004 bedeutet, dass der Reifen in der 40. Kalenderwoche 2004 hergestellt wurde.

AS-Reifen

Diese Abkürzung steht für „Ackerschlepper-Reifen“. Diese Reifen besitzen ein Stollenprofil für Antriebsräder.

Auswuchten

Das Auswuchten eines Reifens ist die Voraussetzung für Fahrkomfort und die Vermeidung von Vibrationen, die das Fahrverhalten beeinträchtigen. Letztere werden durch eine ungleiche Massenverteilung hervorgerufen. Gegengewichte an der Felge gleichen die Unwuchten aus, die bei der Drehbewegung des Reifens entstehen.

B

Bar

Bar ist eine Maßeinheit für den Luftdruck.

Bauarten

Bezüglich der Bauarten wird zwischen Diagonal- und Radialreifen unterschieden (siehe dort)

D

Diagonalreifen

In Bezug auf die Bauart wird bei Reifen zwischen Diagonal- und Radialreifen unterschieden. Bei den Diagonalreifen verlaufen die Karkassenfäden schräg (bzw. diagonal) von der einen zur anderen Seite des Reifenwulstes.
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DOT-Nummer

DOT steht für das amerikanische "Department of Transportation". Die DOT-Nummer auf der Reifenflanke besagt nicht nur, dass der Reifen den US-Bestimmungen entspricht. Die letzten Ziffern geben auch Auskunft über das Alter des Reifens: Demnach steht "419" zum Beispiel für die 41. Produktionswoche 1999. Seit dem 01.01.2000 werden die Bauwoche und das Baujahr eines Reifens vierstellig festgehalten. Das bedeutet, dass die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer Bauwoche und Baujahr des Reifens vorgeben: 1600 bedeutet also die 16. Woche 2000.

E

Einpresstiefe (ET)

der Abstand zwischen der Fläche, an der das Rad angeschraubt wird und der Felgenmitte.
Sie wird in mm angegeben. Ist die ET 0 mm, liegt das Rad in der Symmetrieebene des Reifens auf der Bremstrommel auf. Ist sie größer als 0 mm bedeutet das, dass die Felge und damit die Reifenlauffläche mehr nach innen baut.

F

Felge

Bei der Bestellung von neuen Felgen muss man auf die exakten Maße achten, damit der Reifen zur Felge passt! Wichtig sind hier die Ausführung und Zahl der Bolzenlöcher, der Durchmesser des Lochkreises ,der Durchmesser des Mittellochs und die Einpresstiefe der Felge. Diese wird von der Felgenmitte bis zur inneren Anlagefläche der Felgenschüssel gemessen. Eine positive Einpresstiefe ergibt eine engere Spurweite, eine negative Einpresstiefe dann eine größere Spurweite.

Felgendurchmesser

Entspricht dem Innenradius des zu verwendenden Reifens und wird in Zoll angegeben.

Felgenhorn

Der gebogene Auslauf der Felge wird als seitliche Begrenzung der Felge bezeichnet.

Flankenhöhe

Die Flankenhöhe steht im Verhältnis zur Reifenbreite. Das bedeutet, dass bei einer Reifengröße von 155/70 R 13 T der Wert 70 (70 % der Reifenbreite) die Höhe des Reifens angibt. Man redet von einem Reifen der Serie 70. Es gibt zurzeit Serien von 80 bis 25. Ab einem Wert kleiner als 55 spricht man von Breitreifen.

Forstreifen

Forstreifen sind bei der Arbeit durch spitze Äste und Wurzelstümpfe gefährdet. Daher besitzen sie eine besonders stabile Karkasse. Der größte Teil der Forstreifen wird in Diagonalbauweise gebaut (s. Diagonalreifen).

G

Ganzjahresreifen

Eigenständige Reifenkonstruktion mit ausgewogenen Eigenschaften für sommerliche wie auch für winterliche Bedingungen. Ganzjahresreifen sind Sommer- bzw. Winterreifen bei entsprechender Witterung in der Regel unterlegen.

Geschwindigkeitsindex (Speed Index)

Der Geschwindigkeitsindex gibt Aufschluss über die bauartbedingte Maximalgeschwindigkeit des Reifens. Z.B.:
A1 : 5 km/h
A2 : 10 km/h
A3 : 15 km/h
A4 : 20 km/h
A5 : 25 km/h
B : 50 km/h
D : 65 km/h
E : 70 km/h

H

Herstellung

Ein Reifen wird aus einer Vielzahl von Rohmaterialien hergestellt. Dazu gehören Kautschuk, Öl, Ruß, Silikat etc. Unter großer Hitze und Druck werden diese Bestandteile gemischt und nach Abkühlung gewalzt. Zusätzlich besteht der Reifen aus unterschiedlichen Gummimischungen, z.B. für die Lauffläche, Karkasse und den Wulst. Aus den verschiedenen Einzelteilen und Schichten wird der Reifen aufgebaut. Zum Schluss wird der Reifen in einer Heizpresse „gebacken“. Darunter versteht man das Vulkanisieren der einzelnen Elemente. Dies hat zur Folge, dass sich die Moleküle der Reifenkomponenten vernetzen.

Höhenschlag

Abweichung vom Rundlauf des Reifens in horizontaler oder vertikaler Richtung. Nur in extremen Fällen von Höhenschlag - der bei heutigen Produkten so gut wie nicht mehr vorkommt - ist Harmonisieren notwenig. Dabei wird mit einer speziellen Maschine der Höhenschlag durch Abfräsen von Laufflächengummi verringert oder ganz beseitigt.

K

Karkasse

Die Karkasse stellt in vielen Gummireifen das tragende Gerüst dar.

Kautschuk

Kautschuk wird aus dem Milchsaft des Kautschukbaums hergestellt. Moderne Reifen enthalten zwar einen großen Teil synthetischen Kautschuks. Trotzdem ist der natürliche Kautschuk nach wie vor ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung der synthetischen Variante. Ca. 75 % des weltweit hergestellten Kautschuks wird in der Reifenindustrie weiterverarbeitet.

L

Lagerung

Die ideale Aufbewahrung findet in dunklen, trockenen und kühlen Räumen statt. Auf keinen Fall sollten Reifen zusammen mit Chemikalien, Schmiermitteln oder Treibstoff gelagert werden.

Lauffläche

Als Lauffläche wird der profilierte Umgangsstreifen bezeichnet, der auf die Karkasse aufvulkanisiert wird. Die Gummimischung der Lauffläche entscheidet zusammen mit der Abstimmung der Karkasse über Abriebfestigkeit und Haftfähigkeit eines Reifens.

Lochkreisdurchmesser

Der Lochkreisdurchmesser gehört zu den wichtigsten Maßen eines Rades. Die vier oder fünf Löcher oder Stehbolzen zur Befestigung des Rades sind kreisförmig angeordnet. Da die Fahrzeuge mitunter mit verschiedenen Lochkreisdurchmesser geplant werden, muss die Felge darauf abgestimmt sein.

Luftdruck

Der richtige Luftdruck ist Voraussetzung für ein einwandfreies Fahrverhalten. Kilometerleistung, Bremsweg oder Kurvenhaftung hängen von einer korrekten Luftfüllung ab. Der Luftdruck wird grundsätzlich bei kaltem Reifen und am besten wöchentlich gemessen. Hinweise finden sich im Handbuch oder am Motorrad (Schwinge). Zu hoher Luftdruck beeinträchtigt den Komfort und erhöht den Verschleiß, zu wenig Luft im Reifen führt zu erhöhter Walkarbeit und Erwärmung. Reifenschäden können die Folge sein – im schlimmsten Fall eine Ablösung der Lauffläche.

M

Maulweite

Auch Felgenbreite genannt, wird zwischen den Felgenhörnern (dem Innenabstand) gemessen

Mischbereifung

Eine Verwendung von Reifen unterschiedlicher Bauart ist erlaubt, sofern dafür eine Freigabe oder ein Teilegutachten vorliegt.

N

Niederquerschnitt

Bei Niederquerschnittsreifen fällt die Flankenhöhe kleiner aus als die Breite der Lauffläche. Das bringt mehr Gummi auf den Untergrund sowie größere Stabilität.

P

Pflege

Ein Reifen benötigt grundsätzlich keine gesonderte Pflege. Allerdings sollte man ihn schonend behandeln, um vorzeitiges Altern zu verhindern. Dazu gehört, dass der Reifen bei längeren Standzeiten vor Sonneneinstrahlung geschützt wird. Außerdem sollten die Fahrzeuge außerhalb der Saison mit normalem Reifendruck geparkt werden.

Pflegereifen

Die schmalen Pflegereifen werden heutzutage auf Grund der gestiegenen Achslasten immer weniger eingesetzt. Sie können aber auch mit Standardreifen kombiniert werden, um den Bodendruck bei bestimmten Feldarbeiten zu verringern. Außerdem lassen sie sich als Zwillingsreifen einsetzen.

PR (Ply Rating)

Die PR-Zahl gibt die Anzahl der Kordlagen auf dem Reifen an. Damit ist sie eine Kennzahl für die Tragfähigkeit des Reifens. Sie wird nach und nach ersetzt durch die Angabe des Tragfähigkeitsindex.

Q

Querschnittsverhältnis

Relation zwischen der Höhe der Reifenflanke und der Breite des Pneus. Beispiel: Ein Reifen der Dimension 175/70 R 13 besitzt eine Breite von 175 mm, die Flankenhöhe beträgt 70 % der Breite, die letzten beiden Ziffern bezeichnen die Zollgröße (international).

R

Radialreifen

Bei der radialen Bauweise verlaufen die Karkassenfäden quer zur Fahrtrichtung von einer zur anderen Seite des Reifenwulstes. Das Prinzip der Radialtechnik ermöglicht es, den einzelnen Reifenzonen (Flanke, Lauffläche etc.) unabhängig voreinander zu arbeiten; die Bewegungen werden nicht in die Lauffläche übertragen.
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Reifendruck

Der Reifendruck und das Luftvolumen bestimmen die Tragfähigkeit des Reifens mit. Ein Reifen trägt z.B. bei 1,6 bar mehr als bei 0,8 bar.
Der Druck sollte an den jeweiligen Einsatz angepasst werden. Für den Straßeneinsatz sollte ein Reifendruck gefahren werden, der z.B. 40 km/h ermöglicht. Für den Feldeinsatz sollte der Druck so gesenkt werden, dass der Boden geschont wird und die Zugkraft möglichst hoch ist.

Reifenwechsel

Die Demontage eines Reifens sollte möglichst schonend durchgeführt werden. Auch der Schlauch muss gewechselt werden. Bei der Montage sollte man auf der Reifeninnenseite Talkum verwenden, damit der Schlauch sich leichter setzen kann. Zusätzlich sollten die Reifenwülste mit Montagepaste eingeschmiert werden.
Bei Allrad-Fahrzeugen muss man darauf achten, dass die Reifengrößen der Vorder- und Hinterachse mit der mechanischen Übersetzung des Fahrzeugs harmonieren.

Rollwiderstand

nennt man die Kraft, die ein rollender Reifen dem Vortrieb entgegensetzt. Dieser Widerstand entsteht vor allem durch die "Walkarbeit" des Reifens, d.h. durch seine Verformung beim Durchlaufen der Bodenaufstandsfläche.

S

Schlupf

ist der Unterschied zwischen dem geometrischen Radumfang und der tatsächlich zurückgelegten Strecke bei einer Radumdrehung. 100% Schlupf liegt vor, wenn die Räder durchdrehen oder blockieren. Ein zu hoher Schlupf verdichtet den Boden, verringert die echte Vorfahrt und führt zu höherem Kraftstoffverbrauch.

Selbstreinigung

Die Selbstreinigung ist ein wichtiges Merkmal von Landwirtschaftsreifen. Bei Reifen mit schlechter Selbstreinigung ist die Profilwirkung praktisch aufgehoben und sie verlieren an Zugkraft. Außerdem verschmutzen diese Reifen die Straßen.
Zwischen der Selbstreinigung und der Zugkraft gibt es einen Zielkonflikt. Für eine optimale Zugkraft müsste der Stollen quer zur Fahrtrichtung stehen. Das würde aber gleichzeitig eine deutlich schlechtere Selbstreinigung bedeuten. Die Reifenhersteller suchen daher ständig nach dem optimalen Kompromiss.

Speed Index

ist ein Geschwindigkeits-Symbol, ein Buchstabe am Ende der Größenbezeichnung einer Reifendimension, der über die maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit des Reifens Auskunft gibt, z.B. B = 50 km/h.

T

TL

TL ist die Kurzform für Tubeless, die Bezeichnung für Schlauchlosreifen.

Tragfähigkeit

Die Tragfähigkeit gibt an, wie stark der Reifen maximal belastet werden darf. Die Angabe erfolgt mit der sog. Tragfähigkeitskennzahl, dem sog. Load-Index oder LI.

Beispiele:
50 : 190 kg
100: 800 kg
101: 825 kg
116: 1250 kg
140: 2500 kg
160: 4500 kg
180: 8000 kg

TT

TT oder Tube Type besagt, dass es sich um einen Reifen handelt, der mit Schlauch gefahren wird.

W

Wasserfüllung

Die Wasserfüllung ist eine beliebte Methode zur Ballastierung eines Schleppers. Die heutigen Ventile sind hierfür geeignet (bei Verwendung eines kombinierten Ventileinsatzstückes).
Nicht das ganze Reifenvolumen sollte mit Wasser gefüllt werden, sondern ca. 70 – 75% (diese Menge ist erreicht, wenn statt Luft Wasser aus dem Entlüftungsstück entweicht). Nach der Wasserfüllung wird der Reifen bis zum normalen Reifendruck aufgepumpt.
Im Winter muss das Wasser mit Frostschutzmittel angereichert werden (bei Schlauchreifen Mischung aus Calciumchlorid und Magnesiumchlorid).

Wulst

Der Reifenwulst ist der Übergang vom Reifen zur Felge. Daher kommt dem Wulst eine wichtige Bedeutung beim Sitz des Reifens und der Dichtigkeit zu. Für die nötige Stabilität sorgen eingearbeitete Stahldrähte.

Z

Zwillingsreifen

Zwillingsreifen sind die preiswerte Alternative zu Superbreitreifen, wenn man den Boden schonen und die Zugkraft des Schleppers erhöhen möchte. Zu beachten ist, dass die Gesamtbreite auf der Straße 3 Meter nicht überschreiten darf.
Kontakt: 0043 (0) 7221 72411-0AGB
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